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Briefing für eine neue Ordinationswebseite: Leitfaden mit allen wichtigen Fragen

Sie möchten für Ihre Ordination eine neue Webseite erstellen lassen und suchen dafür eine Agentur oder einen Webdesigner. Bevor ein sinnvoll kalkuliertes Angebot entstehen kann, braucht der Dienstleister allerdings einige Informationen. Genau dafür dient ein Briefing. Darin halten Sie fest, was Sie benötigen, welche Vorstellungen Sie bereits haben, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen können und welche Rahmenbedingungen für das Projekt gelten.

Je genauer diese Angaben sind, desto präziser kann eine Agentur kalkulieren. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass während des Projekts Leistungen auftauchen, von denen eine Seite dachte, sie wären selbstverständlich enthalten. Ein Briefing, das nur aus wenigen allgemeinen Sätzen besteht, führt dagegen meist zu Angeboten, die sich nur schwer miteinander vergleichen lassen.

Dabei müssen Sie keineswegs auf jede Frage dieses Leitfadens bereits eine Antwort haben. Einige Punkte betreffen technische oder organisatorische Themen, mit denen man sich als Arzt normalerweise nicht beschäftigt. Ein einfaches „weiß ich nicht, bitte beraten Sie mich dazu“ ist daher vollkommen ausreichend. Auch diese Information hilft dem Anbieter, weil er dadurch weiß, wo Beratung notwendig sein wird. Wenn noch sehr viele Fragen offen sind, kann es sinnvoller sein, zunächst ein Erstgespräch zu führen und das eigentliche Briefing anschließend gemeinsam zu konkretisieren.

Die Themen sind ungefähr nach ihrer Bedeutung für das Angebot geordnet. Vor allem die ersten Bereiche wirken sich stark auf Umfang und Preis des Projekts aus. Die späteren Punkte sind dennoch wichtig, weil sich damit Missverständnisse und unerwartete Zusatzkosten vermeiden lassen.

1. Ausgangslage: Was ist der Grund für die neue Webseite?

Bevor über Gestaltung oder Funktionen gesprochen wird, sollte klar sein, wo Sie derzeit stehen. Für eine Agentur macht es einen großen Unterschied, ob eine vorhandene Webseite überarbeitet beziehungsweise ersetzt wird oder ob das Projekt bei null beginnt. Ebenso wichtig ist zu verstehen, was an der bisherigen Lösung nicht funktioniert. Nur dann kann die neue Webseite diese Probleme gezielt lösen.

  • Existiert bereits eine Webseite? Wenn ja, unter welcher Adresse?
  • Welche konkreten Dinge stören Sie an der derzeitigen Webseite?
  • Welche Elemente funktionieren gut und sollten möglichst erhalten bleiben?
  • Wann wurde die bestehende Webseite erstellt und von wem?
  • Haben Sie Zugriff auf die Webseite und verfügen Sie über die notwendigen Zugangsdaten?
  • Besteht derzeit ein Vertrag mit einer Agentur oder einem anderen Dienstleister? Wenn ja, welche Kündigungsfrist gilt?
  • Geht es um die Neugründung einer Ordination, eine Übernahme oder eine bereits länger bestehende Ordination?

Tipp: Allgemeine Aussagen wie „die Webseite gefällt mir nicht mehr“ helfen bei der Planung nur begrenzt. Wesentlich nützlicher sind konkrete Beispiele. Schreiben Sie etwa: „Am Handy sind die Ordinationszeiten so klein, dass ich hineinzoomen muss, und Änderungen kann ich nicht selbst vornehmen.“ Damit kann eine Agentur tatsächlich arbeiten.


2. Ziele und Zielgruppen der Webseite

Was die Webseite leisten soll, gehört zu den zentralen Fragen des gesamten Briefings. Eine Ordination, die gezielt neue Patienten gewinnen möchte, benötigt einen anderen Aufbau als eine Praxis, deren Webseite hauptsächlich häufige Fragen beantworten und Telefonanrufe reduzieren soll. Beide Ziele sind sinnvoll, verlangen aber unterschiedliche Schwerpunkte und damit auch einen unterschiedlichen Aufwand.

  • Für wen ist die Webseite hauptsächlich gedacht? (z.B. bestehende Patienten, neue Patienten, zuweisende Kolleginnen und Kollegen, Bewerber)
  • Welche Hauptaufgabe soll die Webseite übernehmen?
    • Neue Patienten gewinnen, weil noch freie Kapazitäten vorhanden sind
    • Informationen bereitstellen und Rückfragen reduzieren, weil die Ordination bereits gut ausgelastet ist
    • Als professionelle Visitenkarte dienen, weil neue Patienten überwiegend durch Empfehlungen kommen
    • Neue Mitarbeiter finden
  • Was sollen Besucher idealerweise auf der Webseite machen? (z.B. anrufen, Termin online buchen, ein Formular ausfüllen, Informationen lesen)
  • Woran würden Sie nach einem Jahr feststellen, dass sich die Investition in die neue Webseite gelohnt hat?
  • Welche Merkmale unterscheiden Ihre Ordination von anderen Ordinationen in der Umgebung?

Tipp: Gerade die letzte Frage lässt sich oft nicht sofort beantworten. Für Texte und Seitenaufbau ist sie trotzdem besonders hilfreich. Dabei muss es keineswegs um ein spektakuläres Alleinstellungsmerkmal gehen. Für Patienten können bereits ein barrierefreier Zugang, Termine am Abend, spezielle Untersuchungsmethoden, ein mehrsprachiges Team oder besonders kurze Wartezeiten entscheidend sein.


3. Seitenumfang und benötigte Inhalte

Wie umfangreich die Webseite werden soll, beeinflusst den Preis stärker als fast jeder andere Faktor. Zwischen einer kleinen Webseite mit fünf Unterseiten und einem Auftritt mit dreißig einzelnen Seiten liegt ein erheblicher Unterschied. Deshalb sollte bereits im Briefing möglichst nachvollziehbar beschrieben werden, welche Inhalte benötigt werden.

Die folgende Übersicht enthält typische Bestandteile einer Ordinationswebseite. Sie können einfach festhalten, welche davon für Ihre Praxis relevant sind:

  • Startseite
  • Leistungen, entweder gesammelt auf einer Übersichtsseite oder mit einer eigenen Unterseite für jede Leistung
  • Ordinationszeiten
  • Informationen zu Kassen, Wahlarzt und Kostenerstattung
  • Über mich, Ausbildung und beruflicher Werdegang
  • Team
  • Anfahrt, Parkmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel und Informationen zur Barrierefreiheit
  • Kontakt und Möglichkeiten zur Terminvereinbarung
  • Urlaubszeiten und Vertretungen
  • Informationen für Notfälle und für Zeiten außerhalb der Ordinationszeiten
  • Downloads, beispielsweise Anamnesebögen oder Aufklärungsblätter
  • Aktuelles oder Neuigkeiten
  • Ratgeberartikel für Patienten
  • Stellenangebote
  • Häufig gestellte Fragen
  • Patientenbewertungen
  • Impressum und Datenschutzerklärung

Zusätzlich sollten Sie folgende Fragen beantworten:

  • Mit wie vielen Unterseiten rechnen Sie insgesamt ungefähr?
  • Benötigen Sie mehrere Sprachen? Falls ja, welche Sprachen sollen angeboten werden und soll jeweils die gesamte Webseite übersetzt werden oder genügt eine kompakte Zusammenfassung?

Tipp zur Jobseite: Eine eigene Seite für offene Stellen wird bei der Planung häufig übersehen. Dabei ist die Suche nach Ordinationsassistenz für manche Praxen inzwischen schwieriger als die Gewinnung neuer Patienten. Wird eine Jobseite direkt beim Webprojekt eingeplant, ist der zusätzliche Aufwand meist gering und kann später Kosten für Stellenanzeigen sparen.

Tipp zur Mehrsprachigkeit: Eine zusätzliche Sprache bedeutet nicht automatisch doppelte Projektkosten. Trotzdem steigt der Aufwand deutlich, weil unter anderem technische Einrichtung, Texte, Übersetzungen und spätere Aktualisierungen berücksichtigt werden müssen. Prüfen Sie deshalb, ob tatsächlich jede einzelne Seite übersetzt werden muss oder ob eine ausführliche Übersichtsseite in der zweiten Sprache genügt.


4. Texte, Bilder und bereits vorhandene Unterlagen

Ein erheblicher Teil der Projektkosten hängt davon ab, wer die Inhalte erstellt. Wenn Texte, Bilder und andere Materialien bereits fertig geliefert werden, sieht ein Angebot anders aus, als wenn die Agentur sämtliche Inhalte entwickeln muss. Der Unterschied kann durchaus mehrere tausend Euro betragen. Entsprechend eindeutig sollte dieser Bereich im Briefing beschrieben werden.

  • Ist bereits ein Logo vorhanden? In welchem Dateiformat liegt es vor? (z.B. professionelle Druckdatei, lediglich als Bild innerhalb eines Word-Dokuments)
  • Gibt es bereits definierte Farben oder Schriftarten, beispielsweise durch Ordinationsschild, Visitenkarten oder andere Drucksorten?
  • Existieren aktuelle Fotos von Ihnen, Ihrem Team und den Ordinationsräumen oder soll ein professionelles Fotoshooting Teil des Projekts sein?
  • Wer erstellt die Texte? Möchten Sie diese selbst liefern oder soll die Agentur das übernehmen?
  • Wenn die Agentur schreibt: Welche Grundlage steht dafür zur Verfügung? (z.B. vorhandene Texte, Interview, Stichwortzettel)
  • Können bisherige Inhalte weiterverwendet werden oder sollen Texte vollständig neu erstellt beziehungsweise erweitert werden?

Tipp zu Fotos: Eigene Aufnahmen aus Ihrer Ordination vermitteln Patienten in der Regel einen wesentlich authentischeren Eindruck als austauschbare Bilder aus Bilddatenbanken. Ein professionelles Shooting verursacht allerdings zusätzliche Kosten und sollte deshalb im Angebot separat berücksichtigt werden. Sprechen Sie das ausdrücklich an. Andernfalls kann es passieren, dass der Anbieter standardmäßig mit Stockfotos kalkuliert.

Tipp zu Texten: Auch wenn die Agentur das Schreiben übernimmt, können Sie die fachliche Verantwortung nicht vollständig abgeben. Medizinische Aussagen und Informationen sollten vor Veröffentlichung von Ihnen geprüft und freigegeben werden. Reservieren Sie dafür ausreichend Zeit.


5. Gestaltung und gewünschte Wirkung

Bei kaum einem anderen Thema entstehen so leicht unterschiedliche Vorstellungen wie beim Design. Begriffe wie modern, hochwertig oder freundlich können für verschiedene Menschen völlig unterschiedliche Dinge bedeuten. Konkrete Beispiele sind deshalb wesentlich hilfreicher als abstrakte Beschreibungen.

  • Welche Wirkung soll die Webseite auf Patienten haben? (z.B. seriös, freundlich, ruhig, modern, sachlich, hochwertig)
  • Gibt es bestimmte Farbvorstellungen? (z.B. helle Farbtöne, Grün oder Blau, Orientierung an bestehenden Logofarben)
  • Welche Webseiten gefallen Ihnen besonders? Nennen Sie zwei bis fünf Beispiele und erklären Sie jeweils kurz, was Ihnen daran zusagt.
  • Welche Webseiten entsprechen ausdrücklich nicht Ihrem Geschmack?
  • Müssen gestalterische Vorgaben einer Gruppenpraxis, eines Ärztezentrums oder eines Verbunds berücksichtigt werden?
  • Möchten Sie vor Beginn der eigentlichen Umsetzung einen Designentwurf sehen?

Tipp: Ihre Beispiele müssen keineswegs von Ärzten oder anderen Gesundheitsanbietern stammen. Entscheidend ist, welche Wirkung Ihnen gefällt. Hilfreicher als nur einen Link zu schicken ist eine kurze Erklärung, zum Beispiel „wirkt sehr ruhig und verwendet viel Weißraum“ oder „die Öffnungszeiten sind sofort sichtbar“.

Zur Darstellung am Handy: Eine moderne Webseite sollte heute selbstverständlich auf Smartphone, Tablet und Desktop gut funktionieren. Das muss normalerweise nicht gesondert beauftragt werden. Wenn Sie sicher sein möchten, fragen Sie trotzdem nach, ob eine responsive Umsetzung ausdrücklich im Angebot enthalten ist.


6. Gewünschte Funktionen

Nicht jede Webseite besteht ausschließlich aus Texten und Bildern. Sobald Besucher etwas buchen, absenden, durchsuchen oder interaktiv nutzen können, entsteht zusätzlicher technischer Aufwand. Solche Funktionen sollten deshalb möglichst früh feststehen und im Briefing genannt werden.

  • Kontaktformular
  • Online-Terminvereinbarung
  • Rückrufanfrage
  • Newsletter-Anmeldung
  • Suchfunktion
  • Chatfunktion
  • Anfahrtskarte
  • Darstellung von Bewertungen
  • Geschützter Bereich, beispielsweise für Befunde oder Zuweiser
  • Automatische Darstellung von Urlauben und Vertretungen

Besondere Aufmerksamkeit verdient vorhandene Software:

  • Nutzen Sie eine Ordinationssoftware oder ein System zur Terminbuchung, das mit der Webseite verbunden werden soll? Wenn ja, welches?
  • Gibt es bereits ein externes Portal für Terminbuchungen?
  • An welche E-Mail-Adresse sollen Nachrichten aus einem Kontaktformular geschickt werden?

Tipp: Geben Sie den exakten Namen der verwendeten Software an. Ob und wie sich beispielsweise eine Terminbuchung technisch einbinden lässt, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Bei manchen Systemen kann die Buchungsfunktion direkt auf der Webseite erscheinen, während andere lediglich über einen externen Link erreichbar sind. Das wirkt sich sowohl auf die Umsetzungskosten als auch auf spätere Auswertungsmöglichkeiten aus.


7. Technische Basis: Domain, Webspace und E-Mail

Technische Grundlagen wirken zunächst wenig spannend, verursachen bei Webprojekten aber regelmäßig unnötige Verzögerungen. Deshalb lohnt es sich, diese Fragen früh zu klären. Vereinfacht gesagt ist die Domain die Adresse Ihrer Webseite im Internet. Der Webspace bezeichnet den Speicherplatz, auf dem die Webseite technisch betrieben wird. Beide Leistungen können beim gleichen Anbieter liegen, müssen es aber nicht.

  • Besitzen Sie bereits eine Domain? Wenn ja, wie lautet sie und bei welchem Anbieter wurde sie registriert?
  • Ist die Domain auf Sie beziehungsweise Ihre Ordination registriert oder auf eine Agentur?
  • Haben Sie Zugriff auf die Zugangsdaten für die Domainverwaltung?
  • Soll die bestehende Domain weiter genutzt werden oder möchten Sie künftig eine neue verwenden?
  • Ist bereits Webspace vorhanden oder soll die Agentur einen geeigneten Anbieter empfehlen?
  • Gibt es Vorgaben für das Content Management System, mit dem die Inhalte später verwaltet werden?
  • Muss sich der Server an einem bestimmten Standort befinden, beispielsweise in Österreich oder innerhalb der EU?

Tipp zur Domain: Kontrollieren Sie möglichst früh, wer offiziell als Inhaber der Domain eingetragen ist. Idealerweise sind das Sie selbst beziehungsweise Ihre Ordination. Eine Domain sollte nicht dauerhaft auf den Namen eines externen Dienstleisters registriert sein.


8. Auffindbarkeit und Erfolgsmessung

Eine Webseite kann technisch und optisch hervorragend sein und trotzdem kaum genutzt werden. Deshalb sollte auch geklärt werden, wie Patienten die Seite finden sollen und ob Sie später nachvollziehen möchten, wie sie tatsächlich verwendet wird.

  • Soll die Webseite für Suchmaschinen optimiert werden? Wenn ja, wünschen Sie lediglich eine grundlegende Optimierung oder eine laufende SEO-Betreuung?
  • Bei welchen Suchbegriffen möchten Sie gefunden werden? (z.B. Kombination aus Fachrichtung und Ort, bestimmte medizinische Leistungen)
  • Soll ein Analysewerkzeug eingebunden werden, mit dem Besuche und Nutzung gemessen werden können? Wenn ja, welches?
  • Gibt es eine bestehende Webseite, deren alte Adressen auf die entsprechenden neuen Seiten weitergeleitet werden müssen?
  • Sind zu einem späteren Zeitpunkt Google Ads oder andere Werbemaßnahmen vorgesehen?

Erklärung zu den Weiterleitungen: Wird eine alte Webseite durch eine neue ersetzt, ändern sich häufig auch die Adressen einzelner Unterseiten. Ohne entsprechende Weiterleitungen führen vorhandene Links oder ältere Suchergebnisse dann auf nicht mehr existierende Seiten. Besucher sehen eine Fehlermeldung und auch die Sichtbarkeit in Suchmaschinen kann darunter leiden. Die Einrichtung dieser Weiterleitungen sollte daher bereits Bestandteil des Angebots sein.

Erklärung zur Auswertung: Für die Besucheranalyse stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Neben Google Analytics gibt es beispielsweise datenschutzfreundlichere Lösungen wie eine selbst betriebene Matomo-Installation, die auch ohne Cookies eingesetzt werden kann. Das hat praktische Auswirkungen, unter anderem auf die Frage, ob ein Cookie-Banner benötigt wird. Wenn Sie sich mit diesem Thema nicht beschäftigen möchten, sollte die Agentur Sie dazu beraten.


9. Wer übernimmt welche Aufgabe?

Für vergleichbare Angebote reicht es nicht, lediglich aufzulisten, welche Leistungen benötigt werden. Ebenso wichtig ist die Frage, wer für die jeweilige Aufgabe verantwortlich ist. Am besten ordnen Sie jeden der folgenden Punkte entweder sich selbst oder dem beauftragten Dienstleister zu.

  • Texte erstellen
  • Texte fachlich kontrollieren und freigeben
  • Fotos liefern beziehungsweise erstellen lassen
  • Bilder bearbeiten
  • Design entwickeln
  • Technische Umsetzung durchführen
  • Inhalte in die Webseite einpflegen
  • Rechtstexte wie Impressum und Datenschutzerklärung bereitstellen
  • Weiterleitungen einrichten
  • Inhalte nach Veröffentlichung der Webseite laufend aktualisieren
  • Technische Wartung nach dem Start übernehmen

Tipp: Planen Sie dabei nicht mit Zeit, die Sie im Ordinationsalltag voraussichtlich gar nicht haben werden. Wenn beispielsweise schon absehbar ist, dass Sie keine Gelegenheit finden werden, mehrere Webseitentexte selbst zu schreiben, sollten Sie diese Aufgabe besser direkt mitbeauftragen. Projekte, die über Monate auf fehlende Inhalte warten, verursachen letztlich oft mehr Aufwand und Frust als eine von Beginn an realistische Kalkulation.


10. Projektablauf und Zusammenarbeit

Auch die Form der Zusammenarbeit beeinflusst den Aufwand. Eine Agentur muss Zeit für Abstimmungen einplanen, während auf Seiten der Ordination häufig Freigaben und Rückmeldungen darüber entscheiden, wie schnell das Projekt vorankommt.

  • Wer dient während des Projekts als zentrale Ansprechperson? Wer darf Entscheidungen treffen und Inhalte freigeben?
  • Sind weitere Beteiligte eingebunden, zum Beispiel eine Marketingkraft, ein Praxispartner oder eine zweite Agentur?
  • In welchem Zeitraum können Sie realistisch auf Rückfragen oder Entwürfe reagieren? (z.B. innerhalb von zwei Werktagen, nur einmal pro Woche)
  • Welche Kommunikationsform bevorzugen Sie? (z.B. E-Mail, Telefon, Videocall, persönliche Termine)
  • Wie viele Korrekturrunden sollen eingeplant werden?
  • Möchten Sie während des Projekts Zwischenstände sehen oder bevorzugen Sie die Präsentation eines weitgehend fertigen Ergebnisses?
  • Gibt es besondere Anforderungen an Organisation oder Arbeitsweise?

Tipp zu Korrekturrunden: Klären Sie bereits beim Angebot, wie viele Überarbeitungsrunden im vereinbarten Preis enthalten sind und welche Kosten entstehen, wenn zusätzliche Änderungen erforderlich werden. Gerade dieser Punkt führt bei Webprojekten immer wieder zu unterschiedlichen Erwartungen.


11. Kostenrahmen und gewünschter Fertigstellungstermin

Manche Auftraggeber möchten bewusst kein Budget nennen, weil sie befürchten, dass ein Anbieter seine Kalkulation anschließend genau an diesen Betrag anpasst. Für eine sinnvolle Projektplanung ist ein Kostenrahmen allerdings sehr hilfreich. Ohne diese Information weiß eine Agentur nicht, ob sie beispielsweise eine möglichst kompakte Lösung oder ein umfangreicheres Konzept ausarbeiten soll.

  • Welcher Betrag steht ungefähr für die einmalige Erstellung der Webseite zur Verfügung?
  • Welchen Rahmen möchten Sie für laufende jährliche Kosten einplanen?
  • Bis zu welchem Zeitpunkt muss die neue Webseite spätestens veröffentlicht sein?
  • Gibt es einen konkreten Grund für diesen Termin? (z.B. Ordinationseröffnung, Standortwechsel, Ende eines bestehenden Vertrags)
  • Ab welchem Zeitpunkt können Sie notwendige Inhalte und Unterlagen liefern?
  • Gibt es Zeiträume, in denen Sie nicht erreichbar sind?

Tipp: Wenn Sie keinen konkreten Budgetbetrag nennen möchten, hilft zumindest eine ungefähre Größenordnung. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei Angebote anzufordern, beispielsweise eine kompakte Basislösung und eine umfangreichere Variante. So lassen sich Leistungen und Preise wesentlich besser gegenüberstellen.


12. Was passiert nach der Veröffentlichung?

Mit dem Livegang endet die Arbeit an einer Webseite nicht vollständig. Technische Komponenten müssen aktuell gehalten werden, Sicherungen sollten regelmäßig durchgeführt werden und gelegentlich sind Änderungen oder Unterstützung notwendig. Werden diese Themen im Briefing übersehen, tauchen sie später häufig in Form unerwarteter laufender Kosten wieder auf.

  • Wünschen Sie einen laufenden Wartungsvertrag?
  • Wer übernimmt künftig technische Updates?
  • Sollen automatische Sicherungen eingerichtet werden? Wenn ja, in welchem Rhythmus und an welchem Ort werden sie gespeichert?
  • Wer kann kontaktiert werden, wenn die Webseite nicht erreichbar ist, und welche Reaktionszeit ist vorgesehen?
  • Möchten Sie Texte, Öffnungszeiten oder andere Inhalte später selbst bearbeiten können?
  • Wenn ja: Welche Form der Einschulung bevorzugen Sie? (z.B. Videocall, schriftlicher Leitfaden, Videoanleitungen, Kombination)
  • Was kostet es, wenn Sie später eine kleinere Änderung durch den Dienstleister durchführen lassen?
  • Mit welchen laufenden Gesamtkosten müssen Sie rechnen? (Domain, Webspace, Wartung, Lizenzen)

Tipp: Bitten Sie darum, einmalige Projektkosten und regelmäßig anfallende Kosten im Angebot getrennt darzustellen. Erst dadurch lässt sich beurteilen, welches Angebot langfristig tatsächlich günstiger ist. Ein niedriger Einstiegspreis kann durch hohe monatliche Gebühren über einen Zeitraum von fünf Jahren deutlich teurer werden.


13. Eigentum, Zugänge und späterer Anbieterwechsel

Dieser Teil des Briefings umfasst nur wenige Fragen, kann Ihnen im Fall eines späteren Wechsels aber erhebliche Schwierigkeiten ersparen. Entscheidend ist, welche Rechte Sie an der fertigen Webseite erhalten und ob Sie technisch an einen bestimmten Anbieter gebunden bleiben.

  • Wer ist nach Abschluss des Projekts Eigentümer der fertigen Webseite?
  • Bekommen Sie alle Zugangsdaten für Domain, Webspace und Verwaltungsbereich?
  • Kann die Webseite bei Bedarf zu einem anderen Anbieter übertragen werden?
  • Sind Domain und Webspace auf Ihren Namen registriert?
  • Werden notwendige Lizenzen, beispielsweise für Bilder oder zusätzliche Funktionen, auf Sie übertragen?
  • Welche Vertragslaufzeit gilt und welche Kündigungsfristen müssen eingehalten werden?

Tipp: Diese Fragen sollten Sie ohne Scheu stellen. Ein seriöser Anbieter kann transparent erklären, wem welche Bestandteile gehören und wie ein späterer Wechsel funktioniert. Werden solche Fragen nur ausweichend beantwortet, sollten Sie genauer hinsehen.


So arbeiten Sie mit diesem Leitfaden

Gehen Sie die einzelnen Abschnitte nacheinander durch und beantworten Sie alle Fragen, bei denen Sie bereits eine klare Vorstellung haben. Wo Ihnen Wissen oder Erfahrung fehlen, schreiben Sie einfach dazu, dass Sie Beratung benötigen. Am Ende entsteht daraus meist ein Dokument mit ungefähr zwei bis vier Seiten, das Sie mehreren Agenturen oder Webdesignern als Grundlage für ein Angebot schicken können.

Damit schaffen Sie für alle Anbieter dieselben Voraussetzungen. Angebote lassen sich dadurch wesentlich leichter miteinander vergleichen und Sie sehen schneller, ob bestimmte Leistungen oder wichtige Projektbestandteile in einer Kalkulation fehlen.

Betrachten Sie das Briefing trotzdem nicht als endgültiges Pflichtenheft. Während eines ersten Gesprächs können neue Fragen entstehen, Prioritäten können sich verschieben und einzelne Punkte können ergänzt werden. Entscheidend ist vor allem, dass Auftraggeber und Dienstleister zunächst von derselben Ausgangssituation ausgehen.

Falls Sie nicht sicher sind, ob alle notwendigen Informationen enthalten sind, müssen Sie das Dokument nicht endlos weiterbearbeiten. Schicken Sie den vorhandenen Stand. Ein professioneller Dienstleister erkennt offene Punkte und wird gezielt nachfragen. Genau diese Beratung gehört zu seiner Aufgabe.


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Wenn Sie bei der Planung Unterstützung benötigen, begleiten wir Sie gerne von der ersten Idee bis zur fertigen Webseite. Wir entwickeln Webseiten für Ordinationen, die professionell aussehen, einfach zu bedienen sind und auch langfristig gut funktionieren. Mehr über unser Angebot für Ordinationen erfahren.