Ratgeber

Die Go-Live-Checkliste für Ihre neue Praxiswebseite

Die neue Webseite ist fertig, alle Beteiligten haben noch einmal drübergeschaut und jetzt soll sie endlich online gehen. Genau in diesem Moment passiert es leicht, dass man etwas übersieht. Nicht weil der Fehler besonders kompliziert wäre, sondern weil nach einem längeren Projekt verständlicherweise alle einfach fertig werden wollen.

Und dann stellt sich drei Wochen später heraus, dass das Kontaktformular nie eine Nachricht verschickt hat. Oder Google findet die neue Webseite nicht, weil eine Einstellung aus der Entwicklungsphase noch aktiv ist. Vielleicht fehlt auch etwas im Impressum, oder eine wichtige Information ist auf dem Handy so gut versteckt, dass niemand sie findet.

Mit dieser Checkliste können Sie Ihre neue Ordinationswebseite vor dem Start einmal in Ruhe durchgehen. Wir beginnen mit den Punkten, bei denen Fehler wirklich unangenehm werden können. Weiter unten kommen Dinge, die ebenfalls wichtig sind, aber notfalls auch noch nach dem Go-Live erledigt werden können.

Sie müssen dafür kein technisches Wissen mitbringen. Manche Punkte wird ohnehin Ihre Agentur oder Ihr Webdesigner umsetzen. Trotzdem ist es hilfreich zu wissen, worauf Sie achten und welche Fragen Sie stellen sollten.


Wenn es schnell gehen muss: Diese 10 Punkte zuerst prüfen

Keine Zeit, die gesamte Liste vor dem Start durchzuarbeiten? Dann konzentrieren Sie sich zumindest auf diese zehn Punkte. Hier passieren besonders häufig Fehler, die später unnötig Zeit, Geld oder Sichtbarkeit kosten.

  1. Das Kontaktformular selbst ausprobieren. Eine echte Testanfrage abschicken und prüfen, ob sie im Postfach der Ordination ankommt. Den Spam-Ordner nicht vergessen.
  2. Google wieder hereinlassen. Während der Entwicklung ist eine Webseite häufig für Suchmaschinen gesperrt. Diese Sperre muss vor dem Start entfernt werden.
  3. Alte Seitenadressen weiterleiten. Wenn eine bestehende Webseite ersetzt wird, müssen die alten URLs auf passende neue Seiten führen.
  4. HTTPS kontrollieren. In der Browserzeile sollte das Schloss-Symbol erscheinen. Ohne sichere Verbindung können Browser Besucher warnen.
  5. Die wichtigsten Informationen sichtbar platzieren. Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer sollten nicht erst nach längerem Suchen oder Herumklicken auftauchen.
  6. Die Webseite am eigenen Smartphone durchklicken. So wird der größte Teil Ihrer Patienten die Seite sehen.
  7. Impressum und Datenschutzerklärung kontrollieren. Beides muss vorhanden und von jeder Unterseite erreichbar sein.
  8. Die Terminbuchung einmal komplett testen. Vom ersten Klick bis zur Bestätigung und, wenn möglich, auch die Stornierung (falls vorhanden) durchspielen.
  9. Externe Dienste überprüfen. Google Maps, YouTube-Videos und externe Schriftarten sollten nicht einfach ungefragt geladen werden, sondern benötigen eine Einwilligung des Besuchers.
  10. Ein Backup außerhalb des Servers anlegen. Eine Sicherung hilft nur begrenzt, wenn sie beim selben Problem verloren geht wie die Webseite selbst.

1. Funktioniert die Webseite auch hinter den Kulissen?

Eine Webseite kann fertig aussehen und trotzdem nicht richtig funktionieren. Das ist besonders tückisch, weil viele Fehler für Besucher unsichtbar bleiben.

Ein typisches Beispiel ist das Kontaktformular. Die Patientin füllt alles aus, klickt auf „Senden“ und bekommt eine freundliche Bestätigung. Für sie ist die Sache erledigt. Wenn die Nachricht aber nie im Postfach der Ordination ankommt, wartet sie möglicherweise auf eine Antwort, die nie kommen wird.

Deshalb geht es an dieser Stelle nicht darum, ob die Webseite gut aussieht. Zuerst muss sie zuverlässig tun, was sie verspricht.

  • Kommen Formularanfragen wirklich an? Testen Sie das mehrmals und nicht nur am Tag des Go-Live. Schicken Sie an unterschiedlichen Tagen Testanfragen und sehen Sie auch im Spam-Ordner nach. Automatisch versendete Nachrichten werden manchmal aussortiert.
  • Wurde jede Funktion einmal ausprobiert? Suchfunktionen, Bildergalerien, aufklappbare Bereiche, Karten und andere klickbare Elemente gehören dazu.
  • Ist die Terminbuchung vollständig getestet? Nicht nur den ersten Schritt. Buchen Sie einen Testtermin, kontrollieren Sie die Bestätigungsmail, prüfen Sie den Eintrag im Kalender und testen Sie anschließend auch eine Absage.
  • Führen alle Links dorthin, wo sie sollen? Ein Link auf eine nicht vorhandene Seite ist schnell passiert und für Besucher unnötig ärgerlich.
  • Öffnen externe Links in einem neuen Fenster? So bleibt Ihre eigene Webseite geöffnet und Besucher können problemlos zurückkehren.
  • Sind Downloads aktuell und brauchbar? Prüfen Sie Anamnesebögen, Aufklärungsblätter und andere Formulare. Wenn möglich, sollten sie sich nicht nur ausdrucken, sondern auch digital ausfüllen lassen.
  • Verwenden Sie eine E-Mail-Adresse auf Ihrer eigenen Domain? Eine Praxisadresse wirkt deutlich professioneller als ein kostenloses Postfach bei GMX, Hotmail oder Gmail.

Tipp: Lassen Sie jemanden testen, der mit dem Projekt bisher nichts zu tun hatte. Eine Ordinationsassistenz, ein Familienmitglied oder eine andere unbeteiligte Person eignet sich dafür gut. Wer die Webseite gebaut hat, kennt automatisch die richtigen Wege. Andere Menschen zeigen Ihnen, wo Besucher tatsächlich hängen bleiben.

Tipp: Formularanfragen sollten nicht nur bei einer einzigen Person landen. Ein eigenes zentrales Ordinations-Postfach oder eine Weiterleitung an mindestens zwei Personen verhindert, dass Nachrichten während eines Urlaubs unbeantwortet bleiben.


2. Beim Umzug von der alten Webseite passieren die teuersten Fehler

Wenn Ihre bisherige Webseite durch eine neue ersetzt wird, sollten Sie diesem Abschnitt besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Hier können Fehler entstehen, die man später nur mit Mühe wieder geradebiegt.

Google kennt Ihre alte Webseite möglicherweise seit Jahren. Die Suchmaschine hat einzelne Unterseiten gefunden, bewertet und in den Suchergebnissen eingeordnet. Verschwinden diese Seiten plötzlich, ist der Zusammenhang zur neuen Webseite nicht automatisch hergestellt.

Genau dafür gibt es Weiterleitungen. Sie sagen vereinfacht: Diese alte Seite ist umgezogen, den passenden Inhalt finden Sie jetzt hier.

  • Ist die neue Webseite für Google freigegeben? Während der Entwicklung wird sie häufig bewusst von Suchmaschinen ausgeschlossen. Diese Einstellung muss zum Start entfernt werden. Andernfalls kann die fertige Seite bei Google unsichtbar bleiben.
  • Wurden die alten URLs korrekt weitergeleitet? Üblicherweise kommen dafür 301-Weiterleitungen zum Einsatz. Wichtig ist, dass eine alte Unterseite möglichst auf die passende neue Seite führt. Alles pauschal auf die Startseite zu schicken, ist keine gute Lösung.
  • Ist HTTPS aktiv? Die verschlüsselte Version Ihrer Webseite sollte die maßgebliche Adresse sein. Aufrufe über die unverschlüsselte Variante sollten automatisch dorthin weitergeleitet werden. Mit dem Tool SSL Server Test können Sie kontrollieren ob alles diesbezüglich korrekt eingerichtet wurde.
  • Gibt es eine eindeutige Domain-Variante? Entscheiden Sie sich für eine Hauptversion mit www oder ohne www. Wenn beide Varianten parallel erreichbar sind, kann das unnötige Verwirrung verursachen.
  • Ist die alte Webseite gesichert? Bevor sie abgeschaltet wird, sollte eine vollständige Kopie erstellt werden. Manchmal braucht man Monate später doch noch einen alten Text, ein Bild oder eine Datei.

Tipp: Probieren Sie selbst einige alte Adressen aus. Vielleicht finden Sie welche im Browserverlauf oder in Ihren Lesezeichen. Landen Sie auf einer passenden neuen Seite? Dann ist alles gut. Erscheint eine Fehlermeldung, sollte die Weiterleitung überprüft werden.


3. Was Besucher meistens als Erstes wissen wollen

Menschen kommen normalerweise nicht auf eine Ordinationswebseite, um lange zu stöbern. Sie haben eine konkrete Frage.

Wann ist geöffnet? Nehmen Sie meine Kasse? Wo genau ist die Ordination? Gibt es einen Parkplatz? Kann ich online einen Termin buchen?

Wenn die Antwort nicht schnell zu finden ist, gehen viele Besucher zurück zu Google und suchen weiter. Deshalb sollten die wichtigsten Informationen nicht irgendwo auf einer Unterseite versteckt sein.

  • Öffnungszeiten klar und übersichtlich darstellen, am besten so, dass man sie auf einen Blick erfassen kann.
  • Telefonnummer und E-Mail-Adresse gut sichtbar platzieren.
  • Die Terminvereinbarung deutlich machen, egal ob Termine online oder telefonisch vergeben werden.
  • Adresse und Anfahrt ergänzen. Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkplätzen, Lift und Stufen können für Besucher sehr wichtig sein.
  • Wahlarzt oder Kassenvertrag sollte niemand erst suchen müssen. Diese Information verhindert Missverständnisse und Enttäuschungen.
  • Die wichtigsten Leistungen kurz und klar darstellen.
  • Wenn relevant: Urlaubszeiten, Vertretungen, Notfall- und Nachtdienste.
  • Im Team gesprochene Fremdsprachen.
  • Hinweise zur Rezeptbestellung. Schon ein kurzer Satz darüber, ob und wie Rezepte bestellt werden können, kann wiederkehrende Telefonanfragen reduzieren.

Ein einfacher Test: Öffnen Sie die Startseite auf Ihrem Smartphone. Schauen Sie fünf Sekunden darauf und decken Sie den Bildschirm anschließend ab. Welche Informationen sind hängen geblieben? Wenn Sie danach nicht wissen, wann geöffnet ist, wie Sie Kontakt aufnehmen oder ob es sich um eine Kassen- oder Wahlarztordination handelt, sollte der obere Bereich noch einmal überarbeitet werden.

Tipp: Denken Sie an die Fragen, die Ihr Team am Telefon immer wieder beantworten muss. Sehr wahrscheinlich gehören genau diese Antworten prominent auf die Webseite.


4. Die rechtlichen Punkte, die gerne bis zum Schluss liegen bleiben

Impressum, Datenschutz und berufsrechtliche Vorgaben sind selten die spannendsten Teile eines Webprojekts. Gerade deshalb werden sie gerne aufgeschoben. Das ist keine gute Idee, denn eine fehlende oder unpassende Angabe fällt oft erst dann auf, wenn jemand gezielt danach sucht.

Die folgenden Punkte sind als praktische Orientierung gedacht und ersetzen keine Rechtsberatung. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrer konkreten Situation rechtlich erforderlich ist, sollten Sie eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beziehungsweise Ihre Ärztekammer konsultieren.

Impressum und Offenlegung

  • Ist das Impressum vollständig? Bei Ärztinnen und Ärzten können zusätzliche Pflichtangaben erforderlich sein. Dazu zählen unter anderem die Berufsbezeichnung, der Staat der Verleihung, die zuständige Ärztekammer sowie Hinweise auf berufsrechtliche Vorschriften und deren Fundstelle.
  • Wurde an die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz gedacht? Dieser Punkt wird vergleichsweise häufig vergessen. Je nach Fall kann die Angabe gemeinsam mit dem Impressum auf einer Seite stehen.
  • Sind Impressum und Datenschutzerklärung überall erreichbar? Links in der Fußzeile, die auf jeder Unterseite sichtbar ist, sind dafür der übliche Weg.

Datenschutz

  • Beschreibt die Datenschutzerklärung tatsächlich Ihre Webseite? Ein allgemeiner Mustertext reicht nicht automatisch aus. Die Erklärung sollte zu den Diensten und Funktionen passen, die auf Ihrer Seite wirklich eingesetzt werden.
  • Werden nicht notwendige Cookies nur mit Zustimmung gesetzt? Alles, was über den reinen technischen Betrieb hinausgeht, kann eine aktive Einwilligung erfordern. Wenn Ihre Webseite ohne solche Dienste auskommt, brauchen Sie unter Umständen gar keinen Consent-Banner.
  • Sind Schriftarten lokal eingebunden? Google Fonts und andere externe Schriftarten können beim Laden eine Verbindung zu fremden Servern herstellen. Lokale Einbindung vermeidet das.
  • Werden Karten und Videos erst nach einer entsprechenden Zustimmung geladen? Dienste wie Google Maps oder YouTube können beim Aufruf Daten an externe Anbieter übertragen. Deshalb sollte der Inhalt nicht unbedingt sofort automatisch erscheinen.
  • Gibt es die notwendigen Auftragsverarbeitungsverträge? Je nach eingesetzten Diensten betrifft das beispielsweise Hosting, Terminbuchung oder Newsletter. Viele Anbieter stellen die entsprechenden Unterlagen selbst bereit.
  • Ist die Besucherstatistik datenschutzkonform eingerichtet? Es gibt Lösungen wie Matomo, die auf Ihrem eigenen Webserver ohne Datenweitergabe an Dritte laufen können, ohne Cookies arbeiten können und dadurch weniger problematisch sein können als klassische Analyse-Werkzeuge wie z.B. Google Analytics.
  • Fragt das Kontaktformular keine Gesundheitsdaten ab? Für eine Terminvereinbarung sollten Sie nur die wirklich notwendigen Informationen abfragen. Beschwerden oder Diagnosen gehören besser nicht in ein gewöhnliches Kontaktformular.
  • Wird auf die unverschlüsselte E-Mail-Kommunikation hingewiesen? Ein kurzer Hinweis beim Formular und in der Datenschutzerklärung kann dafür ausreichend sein.
  • Ist bei einem Newsletter Double-Opt-in eingerichtet? Die Anmeldung wird dabei über eine zusätzliche Bestätigungsmail abgeschlossen. Außerdem sollte jede Aussendung eine Möglichkeit zur Abmeldung enthalten.

Bilder und Werberecht

  • Sind die Nutzungsrechte für zugekaufte Bilder geklärt? Je nach Lizenz kann eine Urheberangabe erforderlich sein. Entscheidend sind die Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
  • Liegt für Fotos von Teammitgliedern und Patienten eine Einwilligung vor? Schriftliche Vereinbarungen mit einer klaren Beschreibung der erlaubten Nutzung sind die sicherere Lösung.
  • Sind die Bilder noch aktuell? Ein Teamfoto mit Personen, die seit Jahren nicht mehr in der Ordination arbeiten, ist nicht nur irritierend. Bei widerrufenen Einwilligungen kann es zusätzlich rechtlich problematisch werden.
  • Sind KI-generierte Grafiken entsprechend gekennzeichnet? Gerade bei medizinischen Themen kann Transparenz hier sinnvoll sein.
  • Passt die Webseite zu den Werbevorgaben der Ärztekammer? Ärztinnen und Ärzte unterliegen in diesem Bereich besonderen Regeln. Vorsicht ist beispielsweise bei übertriebenen Werbeaussagen, Vergleichen mit anderen Ordinationen, Vorher-Nachher-Bildern und aktiv eingeholten Patientenbewertungen angebracht.

Tipp: Halten Sie in einem einfachen Dokument fest, welche Dienste auf Ihrer Webseite eingesetzt werden und welche Verträge dazu bestehen. Bei späteren Änderungen sehen Sie dadurch schneller, ob auch die Datenschutzerklärung angepasst werden muss.


5. Die Webseite sollte benutzerfreundlich sein

Ihre Besucher sind unterwegs, sitzen im Wartezimmer, liegen krank auf dem Sofa oder suchen zwischen zwei Terminen schnell eine Telefonnummer. Niemand möchte in dieser Situation erst lernen müssen, wie eine Webseite funktioniert.

Eine gute Praxiswebseite macht die einfachen Dinge einfach.

  • Wird die Webseite auf Smartphone, Tablet und Computer sauber dargestellt?
  • Lädt sie schnell genug? Große Bilder sind eine der häufigsten Ursachen für langsame Webseiten. Ein Foto direkt aus der Kamera ist oft viel größer, als es online sein müsste. Mit PageSpeed Insights können Sie die Webseitengeschindigkeit schnell testen.
  • Sind die wichtigsten Inhalte mit wenigen Klicks erreichbar? Zwei Klicks sind eine gute Orientierung für zentrale Informationen.
  • Kann man die Texte problemlos lesen? Schriftgröße, Kontrast und Schriftart machen einen erheblichen Unterschied. Dezenter hellgrauer Text mag am großen Bildschirm elegant wirken, ist für viele Menschen aber schwer lesbar.
  • Ist die Telefonnummer am Smartphone anklickbar? Ein Tipp auf die Nummer sollte den Anruf direkt starten können.
  • Sind Buttons und Formularfelder mit dem Daumen gut bedienbar? Niemand sollte für eine Terminbuchung zoomen oder millimetergenau treffen müssen.
  • Wurde die Barrierefreiheit berücksichtigt? Bildbeschreibungen, ausreichende Kontraste, Tastaturbedienbarkeit und beschriftete Formularfelder gehören unter anderem dazu.

Schnelltest: Halten Sie Ihr Smartphone auf Armeslänge und lesen Sie einen Absatz. Müssen Sie die Augen zusammenkneifen, stimmt wahrscheinlich etwas mit Schriftgröße oder Kontrast nicht.


6. Texte, die Menschen tatsächlich verstehen

Medizinische Themen sind oft komplex genug. Ihre Webseite muss diese Komplexität nicht noch zusätzlich erhöhen.

Texte sollen informieren und Vertrauen schaffen. Dafür müssen Besucher verstehen, was gemeint ist. Fachsprache, die innerhalb der Ordination völlig normal klingt, kann außerhalb davon eine Hürde sein.

Außerdem lesen Menschen Webseiten anders als einen gedruckten Artikel. Zuerst wird gescannt. Überschriften, Listen und hervorgehobene Begriffe entscheiden oft darüber, ob jemand weiterliest.

  • Sind Rechtschreibung und Grammatik geprüft? Fehler können den Eindruck einer ansonsten professionellen Webseite unnötig beeinträchtigen.
  • Fehlt keine wichtige Leistung?
  • Ist klar, was Kassenleistung und was Privatleistung ist? Das erspart Missverständnisse und unangenehme Gespräche an der Anmeldung.
  • Gibt es Informationen, die Vertrauen schaffen? Werdegang, Ausbildungen, Zertifizierungen oder Mitgliedschaften in Fachgesellschaften können dabei helfen. Bei Patientenbewertungen sind die Vorgaben der Ärztekammer zu beachten.
  • Wirken die Bilder professionell und scharf? Echte Fotos Ihrer Ordination und Ihres Teams sind oft überzeugender als austauschbare Symbolbilder. Menschen möchten sehen, wohin sie kommen.
  • Verstehen medizinische Laien die Texte? Wenn ein Fachbegriff notwendig ist, hilft häufig schon eine kurze Erklärung.
  • Lassen sich Inhalte schnell überfliegen? Zwischenüberschriften, Listen und einzelne Hervorhebungen erleichtern die Orientierung.
  • Sind die Sätze unnötig kompliziert? Wenn ein Satz nur mit großer Konzentration verständlich ist, lässt er sich meist einfacher formulieren.
  • Steht die wichtigste Information möglichst weit oben? Nicht nur auf der Startseite, sondern auf jeder einzelnen Unterseite.

Tipp: Lesen Sie Ihre Texte laut vor. Stolpern Sie über einen Satz oder wird Ihnen beim Vorlesen die Luft knapp, ist er vermutlich zu lang.

Tipp: Formulierungen wie „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen“ oder „modernste Technik“ klingen zwar positiv, sagen aber wenig aus. Konkrete Informationen sind hilfreicher. Was genau passiert bei Ihnen? Wie läuft ein Termin ab? Was können Patienten erwarten?


7. Damit die neue Webseite auch gefunden wird

Eine schöne Webseite hilft wenig, wenn sie bei Google, Bing un den KI-Suchergebnissen nicht auftaucht. Die folgenden Punkte sind technische Grundlagen, die normalerweise Ihre Agentur einrichten sollte. Sie müssen nicht wissen, wie das im Detail funktioniert. Es ist aber sinnvoll zu wissen, dass diese Dinge existieren.

  • Ist die Webseite in der Google Search Console eingerichtet? Das kostenlose Werkzeug von Google zeigt unter anderem, ob Seiten gefunden werden, welche technischen Probleme auftreten und über welche Suchbegriffe Besucher auf die Webseite kommen.
  • Gibt es eine XML-Sitemap und wurde sie in der Search Console hinterlegt? Sie hilft Suchmaschinen dabei, die Struktur und Unterseiten der Webseite zu erfassen.
  • Hat jede wichtige Unterseite einen passenden Meta-Titel und eine Meta-Description? Diese Angaben erscheinen im Zusammenhang mit Ihrem Suchergebnis und können beeinflussen, ob jemand darauf klickt.
  • Sind strukturierte Daten vorhanden? Damit lassen sich Informationen wie Adresse, Öffnungszeiten und Fachrichtung für Suchmaschinen klarer auszeichnen.
  • Gibt es ein Favicon und eine brauchbare Fehlerseite? Das kleine Symbol im Browser-Tab gehört ebenso dazu wie eine freundliche Seite für nicht gefundene URLs, die Besuchern einen Weg zurück anbietet.

Tipp: Ob Google Ihre Webseite bereits kennt, können Sie selbst testen. Suchen Sie nach site: gefolgt von Ihrer Domain, beispielsweise site:ihre-ordination.at. Wenn nach ein bis zwei Wochen keine oder nur wenige Seiten erscheinen, lohnt sich eine technische Kontrolle.

Noch ein Tipp: Aktualisieren Sie auch Ihr Google Unternehmensprofil. Neue Webseiten-Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktdaten sollten dort ebenfalls stimmen. Für lokale Suchanfragen ist dieses Profil oft besonders wichtig.


8. Nach dem Go-Live beginnt die laufende Arbeit

Eine Webseite ist kein gedruckter Prospekt, den man einmal erstellt und dann für Jahre in eine Schublade legt. Software wird aktualisiert, Sicherheitslücken werden entdeckt und Inhalte verändern sich.

Wenn sich über längere Zeit niemand darum kümmert, wird aus einer modernen Webseite irgendwann eine veraltete.

  • Gibt es ein Backup außerhalb des Webservers? Liegt die Sicherung am selben Ort wie die Webseite, kann sie bei einem größeren Problem ebenfalls verloren gehen.
  • Werden regelmäßig automatische Backups erstellt? Eine einmalige Sicherung zum Start reicht nicht.
  • Ist eine Firewall für die Webseite eingerichtet? Sie kann vor automatisierten Angriffen schützen, die grundsätzlich jede Webseite treffen können.
  • Ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Administratoren aktiv? Damit reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht aus, um Zugang zu erhalten.
  • Hat jede berechtigte Person einen eigenen Zugang? Gemeinsame Administrator-Passwörter machen es unnötig schwer nachzuvollziehen, wer Änderungen vorgenommen hat.
  • Ist die technische Wartung geregelt? Es sollte klar sein, wer die Updates durchführt, in welchen Abständen das passiert und wer bei Problemen zuständig ist. Eine Webseite, die nicht laufend gewartet wird, ist ein leichtes Ziel für automatisierte Angriffe. In den gängigen Webseitensystemen werden ständig neue Sicherheitslücken bekannt, und mit KI-gestützten Werkzeugen lassen sich verwundbare Seiten heute in großer Zahl aufspüren und angreifen. Betroffen ist nicht nur, wer bekannt ist: Diese Angriffe laufen automatisiert und treffen jede erreichbare Webseite.

Tipp: Domain und Hosting sollten auf Ihre Ordination registriert sein. Außerdem sollten Sie selbst Zugriff auf die entsprechenden Zugangsdaten haben. Falls Sie später die Agentur wechseln, erspart Ihnen das unnötige Probleme.

Damit die Inhalte aktuell bleiben: Legen Sie sich schon jetzt eine Erinnerung für sechs bis zwölf Monate nach dem Start an. Dann können Sie Öffnungszeiten, Teamfotos, Leistungen und andere Inhalte noch einmal überprüfen.


9. Nach dem Start nicht vergessen

Ein paar Dinge haben nichts mit der Technik der Webseite zu tun und gehen trotzdem regelmäßig unter.

  • Informieren Sie Ihr Team darüber, was auf der neuen Webseite steht und welche Abläufe dort beschrieben werden. An der Anmeldung sollte niemand von Informationen überrascht werden, die Patienten gerade online gelesen haben.
  • Aktualisieren Sie die Webseiten-Adresse überall dort, wo sie verwendet wird. Dazu gehören beispielsweise E-Mail-Signaturen, Visitenkarten, Terminkarten, Aushänge, Profile bei der Ärztekammer und Branchenverzeichnisse.
  • Achten Sie in den ersten Wochen auf Fragen, die weiterhin häufig telefonisch gestellt werden. Sie zeigen oft sehr deutlich, welche Informationen auf der Webseite fehlen oder nicht gut genug sichtbar sind.

Fazit

Die Liste ist lang. Das bedeutet aber nicht, dass Sie für die Prüfung mehrere Tage reservieren müssen. Vieles lässt sich an einem Nachmittag kontrollieren, und einen Teil der technischen Punkte wird ohnehin Ihre Agentur erledigen.

Entscheidend ist vor allem, dass vor dem Go-Live überhaupt jemand systematisch hinschaut. Viele Probleme sind nicht kompliziert. Sie werden einfach übersehen.

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, beginnen Sie mit den zehn Punkten am Anfang. Damit decken Sie die häufigsten und potenziell teuersten Fehler ab. Den Rest können Sie anschließend Schritt für Schritt erledigen.

Wir entwickeln als Agentur auch Webseiten für Ordinationen und kennen die typischen Fragen, Probleme und Stolperfallen, die dabei entstehen können. Wenn Sie eine neue Webseite planen oder bei Ihrer bestehenden Seite unsicher sind, ob die Grundlagen stimmen, sprechen Sie uns gerne an. Und falls aus unserer Sicht nichts zu tun ist, sagen wir das genauso offen.